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Grobe Fahrlässigkeit des Geschäftsführers bei Unregelmäßigkeiten eines Mitarbeiters
29.04.2019 [leitnerleitner - Steuerrecht]
Wenn über einen Zeitraum von 5 Jahren ein Auftragsvolumen von mehr als EUR 1,7 Mio an 17 verschiedene Subfirmen im Baugewerbe durch einen Mitarbeiter auf ungewöhnliche Weise abgewickelt wird (per Telefon und mit Inkassovollmacht ausgestattete Kontaktpersonen) und sich der Geschäftsführer niemals um einen persönlichen Kontakt zu diesen Subfirmen bemüht hat, so handelt der Geschäftsführer auffallend sorglos.
Daher ist es dem Geschäftsführer als grobe Fahrlässigkeit anzurechnen, wenn der Mitarbeiter Scheinrechnungen von rd EUR 1,6 Mio akzeptiert hat und eine Abgabenverkürzung von rd EUR 200.000 bewirkt hat.

Der Geschäftsführer hat selbst zugegeben, dass ihm die Auftragsabwicklung "ungewöhnlich und verdächtig vorgekommen" ist, er sie aber aufgrund des "massiven Arbeitsdrucks" akzeptiert habe.

Die Finanzstrafe von EUR 47.000 gegenüber dem Geschäftsführer und die Verbandsgeldbuße von EUR 46.000 gegenüber der GmbH (da die GmbH von der Abgabenverkürzung profitiert hat) sind daher angemessen.

(BFG 15.1.2019, RV/7300059/2018)