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Schädigung einer GmbH durch Dritte
11.01.2019 [derunternehmer.at - Unternehmensrecht]
Nachteile im Vermögen der Gesellschafter einer GmbH, die lediglich den Schaden der Gesellschaft reflektieren, sind nicht als ersatzfähiger Schaden der Gesellschafter anzusehen. Wird eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung durch einen Dritten geschädigt, ist der Gesellschafter, dessen Geschäftsanteil entwertet wird, mit diesem Nachteil als mittelbar Geschädigter anzusehen. Anspruch auf Schadenersatz hat nur die unmittelbar geschädigte Gesellschaft selbst.
Es sei nicht zu beanstanden, wenn das Berufungsgericht gestützt auf die angeführte Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs davon ausging, dass der Kläger als Gesellschafter nur mittelbar geschädigt sei und mangels Zahlungen ein allfälliger Schaden aus der behaupteten Verletzung von Kontroll- und Aufsichtspflichten weiterhin im Vermögen der Gemeinschuldnerin bestehe, ohne dass er bislang auf Dritte überwälzt worden wäre, und daher nur durch eine Leistung in das Gesellschaftsvermögen wieder gutgemacht werden und nicht (zusätzlich) vom Kläger begehrt werden könne.

Soweit der Kläger behaupte,t bei der Gesellschaft handle es sich um sein "Eigentum" und er sei "als Gesellschafter ... in einem absolut geschützten Rechtsgut geschädigt worden", so verkennt er das in § 61 Abs 1 und 2 GmbHG normierte sogenannte Trennungsprinzip, das eine strikte Trennung zwischen Gesellschaft und Gesellschaftern und damit auch zwischen Gesellschaftsvermögen und Privatvermögen der Gesellschafter anordnet.

(OGH 29.8.2018, 1 Ob 81/18w)