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Doppelte Haushaltsführung
28.02.2019 [leitnerleitner - Steuerrecht]
Wenn der Beschäftigungsort vom Stammwohnsitz (Familienwohnsitz) zu weit entfernt ist, um täglich nach Hause zu fahren (jedenfalls bei einer Entfernung von mehr als 80 Kilometer und wenn die Fahrzeit mit dem tatsächlich benutzten Verkehrsmittel mehr als eine Stunde beträgt), können Aufwendungen für eine Zweitwohnung als Werbungskosten geltend gemacht werden.
Voraussetzung für die doppelte Haushaltsführung ist, dass zwei haushaltsführende Wohnsitze mit Kosten (Wohnmöglichkeit bei Eltern etc ist kein Wohnsitz) vorliegen. Es dürfen Miet- und Betriebskosten für eine zweckentsprechende angemietete Wohnung einschließlich der erforderlichen Einrichtungsgegenstände geltend gemacht werden bis zu EUR 2.200,00 pro Monat. Ob es zumutbar ist, den Familienwohnsitz zu verlegen, kann laut Rechtsprechung aus Sicht der Erwerbstätigkeit (zB befristete Tätigkeit - bei Ärzten etwa die Basisausbildung ohne Zusage einer Facharztausbildung …) oder auch aus Umständen außerhalb der Erwerbstätigkeit veranlasst sein. Der Bundesfinanzgerichtshof (BFG 14.11.2018, RV/7106023/2015) hat aktuell festgestellt, dass die Pflegebedürftigkeit naher Angehöriger ebenfalls einen geeigneten Grund für die Unzumutbarkeit der Verlegung des Familienwohnsitzes darstellt.