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Einstufung nach dem KV-Gewerbe-Angestellte
23.08.2017 [derunternehmer.at - Arbeitsrecht]
Die Klägerin bestritt die Einstufung in die Verwendungsgruppe III im Rahmen des Kollektivvertrages für Angestellte im Handwerk und Gewerbe. Stattdessen begehrte sie die Einstufung in die Verwendungsgruppe IV, welche jene Angestellten umfasst, die schwierige Arbeiten selbstständig ausführen. Der Aufgabenbereich der Klägerin umfasste in den vier Friseursalons des beklagten Arbeitgebers unter anderem die Kontrolle von Kassenbelegen, Rechnungen und Zahlungsfristen, sowie die Vorbereitung der Zahlungsaufträge und Überwachung der Bankkonten.
Das OLG Wien entschied, dass diese Tätigkeiten sowohl in selbstständiger Weise zu erbringen wären, als auch als schwierige Tätigkeiten im Sinne des Kollektivvertrages zu beurteilen sind. Weiters stellte das OLG Wien fest, dass die Klägerin überdies mit Berechnungen von aliquoten Resturlauben und Überstunden der Mitarbeiter betraut war, sowie für einen Teil der Mitarbeiter die Arbeitsverträge verfasst hatte. Auch diese Arbeiten wurden von der Arbeitnehmerin selbstständig ausgeführt und wären nach Ansicht des Gerichts als schwierig einzustufen, da für derartige Aufgaben entsprechende Fachkenntnisse und Erfahrungen erforderlich wären. Der begehrten Einreihung in die Verwendungsgruppe IV wäre daher Folge zu leisten.

(OLG Wien 25.4.2017, 7 RA 110/16x)