NEWS

Neuregelung der Kleinunternehmergrenze
09.01.2017 [leitnerleitner - Steuerrecht]
Ärzte sind grundsätzlich von der Umsatzsteuer unecht befreit, dh sie müssen zwar keine Umsatzsteuer abführen, dürfen aber auch keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Bestimmte Tätigkeiten, wie Vortragstätigkeit, Verkauf von medizinischen Produkten etc können allerdings zur Umsatzsteuerpflicht führen, sofern nicht die Kleinunternehmerregelung zum Tragen kommt (Grenze Umsätze EUR 30.000,00). Mit dem am 15.12.2016 beschlossenen Abgabenänderungsgesetz wurde die Berechnung der Umsatzgrenze für Kleinunternehmer neu geregelt.
In die Grenze von EUR 30.000,00 sind zukünftig die unecht befreiten Umsätze aus Heilbehandlungen für Ärzte nicht mehr einzubeziehen. Diese Änderung bringt für einige Ärzte einen erheblichen Vorteil.

Beispiel: Ein Arzt erzielt in seiner Ordination Einnahmen aus Heilbehandlung (unecht befreite Umsätze) in Höhe von EUR 180.000,00. Zusätzlich erhält er von einer österreichischen Pharmafirma Vortragshonorare in Höhe von EUR 10.000,00. Ab 2017 kann der Arzt für diese Umsätze die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, da die Vortragshonorare unter EUR 30.000,00 liegen und in die Grenze die Honorare aus Heilbehandlungen nicht mehr einzubeziehen sind.